Vergebung & Versöhnung

 

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Programm zur Ausbildung von Vergebungs- und Versöhnungsberater

Die viertägige internationale Konferenz im Amtssitz der Vereinten Nationen in Nairobi im Jahr 2006 mit dem Titel „Menschlichkeit und Gender“ war der Auslöser für die Arbeit von Feminenza zum Thema Vergebung. 2007 veröffentlichten wir das Buch „The Seven Pillars of Forgiveness“ (Die sieben Pfeiler von Vergebung). Auf dieser Grundlage führten wir in Nairobi im Juli 2007 mit vielversprechenden Ergebnissen die Folgekonferenz „Vergebung, Versöhnung und Frieden finden“ für Flüchtlinge aus Ruanda, Burundi und Kongo durch. Nach weiteren Aktivitäten in Griechenland, Israel, Großbritannien und den USA in den Jahren 2008 bis 2011 wurde 2010 und 2011 ein 4-Jahres-Programm zur Ausbildung von Vergebungs- und Versöhnungsberatern (Forgiveness and Reconciliation Counsellors) in Kenia gestartet, das durch eine Konferenz über Vergebung in der UNO in Nairobi begleitet wurde, sowie weitere Aktivitäten in Israel zum Thema Vergebung und Versöhnung durchgeführt.

Um vergeben und sich aussöhnen zu können, gibt es bestimmte Herangehensweisen, die für Menschen sehr hilfreich sind, wenn sie einen Ausweg aus Rache und Gewalt finden möchten. Diese strategischen Herangehensweisen müssen in vom Kriege zerrütteten Gebieten verbreitet werden. Hier kommt das Programm von Feminenza ins Spiel. Die Ausbildung dauert bis zu vier Jahre, und der Prozess unterscheidet sich grundlegen von jeglicher anderer Art von Beratungsausbildungen, denn es ist ein Training zur inneren Stärkung von Verstand, Herz und Willen.

Unterstützung der Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats und des Millenium-Entwicklungsziels 3

Die Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats von Oktober 2000 unterstreicht die entscheidende Rolle, die Frauen in der Vermeidung und Lösung von Konflikten und in der Friedensbildung spielen können. Das Entwicklungsprogramm der vereinten Nationen besagt, dass „besondere Anstrengungen unternommen werden müssen, um eine stärkere Rolle von Frauen als dynamische Teilnehmer in Konfliktvermeidung und Friedensbildung zu gewährleisten, die Sicherheit von Frauen und Geschlechtergerechtigkeit zu stärken, neue Möglichkeiten für Frauen in Führungspositionen zu schaffen und sicherzustellen, dass Regierungen Frauen unterstützen.“ Zwei anerkannte Prioritäten beim Millenium-Entwicklungsziel 3 (MDG 3) bestehen darin, die Rolle der Frau in Führungspositionen zu stärken und Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen.

Das Projekt von Feminenza dient beiden Prioritäten, da es Frauen dabei unterstützt, eine aktive Rolle im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen einzunehmen, insbesondere ausgegrenzte Frauen in Vertriebenenlagern und Orten, die von der jüngsten Gewalt am meisten betroffen sind und in denen noch heute eine beträchtliche Dunkelziffer an Gewalt existiert. Es ist eine unmittelbare Antwort auf die Auswirkungen der gewaltsamen Ausschreitungen nach den Wahlen in Kenia im Januar 2008 und der mit großer Wahrscheinlichkeit erwarteten Gewalttaten im Vorfeld der Wahlen von 2012. Das Programm soll Frauen zu Vergebungs- und Versöhnungsberatern ausbilden, die in ihrer eigenen Umgebung wirken, und wird von Spendengeldern unterstützt. Das Training startete in Kenia in der zweiten Jahreshälfte 2010 als einjähriges Pilotprojekt in den Regionen, in denen noch viele Menschen unter den Auswirkungen der Stammeskonflikte von 2008 leiden und in denen wir Kontakt zu vielen aktiven Verfechtern von Veränderung und lokalen Anführern haben. Das Pilotprojekt liefert ein Grundtraining: es ist das erste von drei Ausbildungsjahren, die für die Ausbildung zum Versöhnungsberater erforderlich sind. Anführerinnen, Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen und andere Frauen in sozialen Schlüsselpositionen lernen dabei, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten beim Anleiten von Vergebungs- und Versöhnungsprozessen in ihrer Gemeinschaft zu verbessern und damit zum notwendigen Heilungs- und Versöhnungsprozess zwischen Kenianern beizutragen.

Warum wird der Fokus darauf gelegt, dass Frauen in ihrer eigenen Umgebung arbeiten?

Viele Gebiete in der Welt leiden unter anhaltenden Konflikten und Bürgerkriegen. Frauen sind häufig ihre ersten Opfer und erfahren am meisten Leid, und doch sind es oft die Frauen an der Basis, die bei Konfliktbewältigung eine Schlüsselrolle spielen und unablässig aktive Friedenförderer auf lokaler Ebene sind. In ihrer wichtigen Rolle als Mutter und entgegen historischer Prägungen pflanzten sie die Saat einer friedlichen Gesellschaft in ihre Kinder ein – als Grundlage für ein friedliches Zusammenleben in Familie, Stamm und Gesellschaft. Heute sind diese Familien in Konfliktgebieten allerdings oft auseinander gerissen, und die Frauen benötigen Hilfe und Training, um die Rolle als Friedenförderer in ihrer Umgebung wiederaufnehmen zu können.
Veranstaltungen
2009: Eine Serie von Konzerten zur Vergebung in England und Wales, einschließlich Pathways to Peace („Pfade zu Frieden“) in Großbritannien, das vom Lotteriefond finanziell unterstützt wurde.
April 2010: Eine Tageskonferenz über Vergebung in der B’nai Jeshurun-Synagoge in New York (siehe YouTube) mit den Gastrednern Pastor Lyndon Harris, der israelischen Filmemacherin Yulie Cohen, Iman Shamsi Ali und Mary Noble. Weitere Veranstaltungen in New York und Florida fanden im Herbst 2010 statt.
2010-2011: Tagesworkshops in London zum Thema „7 Säulen der Vergebung“.