Studien zeigen zunehmend, dass es notwendig ist, traumatisierte Gemeinschaften zu behandeln, um den Kreislauf von Trauma und Gewalt zu durchbrechen. Opfer von Gewalt werden später eher selbst zu Tätern. Gleichzeitig kann die Behandlung traumatisierter Überlebender die Vergebung und Versöhnung innerhalb der Gesellschaft fördern. 

Der 5-tägige Trauma-Heilungsworkshop von Feminenza befähigt die Teilnehmer: 

  • Die Biologie der Angst zu verstehen, wie sie das Verhalten beeinflusst und einen Kreislauf der Gewalt fördert 
  • Ihre eigenen Ängste effektiver zu managen  
  • Ihr Selbstwertgefühl und ihre Widerstandsfähigkeit aufzubauen 
  • Die Wege der Vergebung und ihre Rolle bei der Reduktion von PTBS (Posttraumatischer Belastungsstörung)zu verstehen.  
  • Die Vergangenheit hinter sich zu lassen  

Der Workshop hat sich mit verschiedenen Gruppen aus allen Altersgruppen, Hintergründen und beiden Geschlechtern  als sehr effektiv erwiesen, einschließlich: 

  • Durch Berufung motivierten lokalen Leitern von Gemeinschaften aus verletzlichen Gemeinden, die auch mit ihrem eigenen Trauma klarkommen müssen 
  • Ex-Gang-Mitgliedern und Jugendlichen, die anfällig für Radikalisierung waren 
  • Junge Frauen und Mädchen, die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt geworden sind 

Das 5-Tage-Programm dieser Beratung 

Die Teilnehmer werden mit einer ruhigen, reflektierenden, inneren Transformation bekannt gemacht, in der sie lernen: Angst zu verstehen und zu handhaben; ihre Stärken und Qualitäten zu identifizieren; Verständnis und Einfühlungsvermögen für „die Anderen“ zu entwickeln; sich zu entscheiden zu vergeben. Mit einem facettenreichen Ansatz, der praktische Übungen, Geschichtenerzählen und Theater umfasst, bietet der Prozess den Teilnehmern die Möglichkeit und Unterstützung, ihr ungelöstes Trauma auszudrücken und zu heilen. 

Der zweitägige Prozess zum Verstehen und Managen von Angst: ein selbstgesteuerter, reflektierender, praktischer Prozess er bringt den Teilnehmern zunächst bei, wie sie ihren Ängsten begegnen, sie verstehen, mit ihnen umgehen und ihre Stärken und Qualitäten identifizieren, in der Regel zum ersten Mal in ihrem Leben. Dieses neue Gefühl des Selbstwertes und der Selbstermächtigung hilft ihnen dabei, eine neue Entschlossenheit für ihr eigenes Leben zu entwickeln. Es ist ihr erster Schritt in Richtung Heilung und reduziert nachweislich die Symptome von posttraumatischem Stress erheblich. 

Der dreitägige Prozess über die 7 Säulen der Vergebung: Von einem neuen Ort der Ermächtigung  aus lernen die Teilnehmer, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen, loszulassen, zu vergeben, zu heilen und weiterzumachen. Sie lernen, wie sie sich und andere vom Kreislauf von Opfertum / Gewalttaten entfernen können, indem sie den anderen „re-humanisieren“, Empathie und gegenseitiges Verständnis fördern und Vertrauen aufbauen. In Fällen von schwerer Gewalt, sexuellem Missbrauch und Trauma sind es die unsichtbaren mentalen und emotionalen Wunden, die häufig am schwersten zu heilen sind. Ohne den Balsam der Vergebung können Leben traumatisiert, eingefroren und jahrelang zwar funktionsfähig, aber nicht wirklich lebendig sein. 

Der gesamte Prozess liefert ein international erprobtes System, dessen Wirksamkeit bereits zuvor  in Kenia getestet und nachgewiesen wurde. Es kann Traumata bekämpfen, die mit Traumata verbundenen klinischen Symptome verringern, das Gemeinschaftsrisiko senken und es jungen Frauen und Jugendlichen ermöglichen, sich zu rehabilitieren, zu gedeihen und ihr Leben neu zu beginnen. Der Ansatz wurde durch unabhängige psychosoziale Befragungen von primären und sekundären Teilnehmern bestätigt. Es verbessert auch die Fähigkeit von Traumaberatern und anderen Gemeinschaftsarbeitern, Menschen dabei zu helfen, mit ihrem Leben weiterzumachen. 

Die USAID-Theorie der Veränderung, auf der dieses 5-tägige Programm basiert, ist „Inside Out Peace Building“ das hilft einen grundlegenden Bewusstseinswandel zu verursachen. Auf lange Sicht hilft es auch dabei, dauerhafte Beziehungen aufzubauen – zunächst zwischen den Teilnehmern selbst, die es dann auf ihre Familien und Gemeinschaften ausdehnen, um “das soziale Gefüge an der Basis für einen dauerhaften Frieden wiederherzustellen“. 

Das Programm hat sich auch als sehr effektiv darin erwiesen, jugendlichen Mädchen und jungen Frauen, die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt geworden, in kommerziellen Sex involviert sind oder generell keine unterstützende Umgebung haben, zu helfen,  die Isolation zu überwinden. Dies ist ein ernsthaftes Problem für sie alle, aber besonders für junge verheiratete Frauen. Sobald das Gefühl  der Mädchen für ihre Möglichkeiten und ihr Selbstwertgefühl wächst, fangen andere in der Gemeinschaft vielleicht an, sie anders zu sehen,  wodurch sich auch die allgemeinen Voraussetzungen für Mädchen verändern. Sie haben das Gefühl, jetzt damit beginnen zu können, ihre Vergangenheit und ihr Trauma zu akzeptieren und in die Geschichte ihres Lebens zu integrieren, anstatt 1) sie ständig zu vergraben und 2) denselben Schmerzzyklus immer wieder zu wiederholen. Sie beginnen, ihre traumatischen Erlebnisse nicht nur als schlimme und schmerzhafte Dinge anzusehen, sondern als ihre eigene Geschichte von Widerstand, Überleben und damit von künftiger Resilienz. 

Ein sehr häufiges Resultat dieses Workshops bei den Teilnehmern ist ein starkes Gefühl von  erneuerter Hoffnung und Optimismus sowie der deutlich ausgedrückte Wunsch, einige dieser neuen Erkenntnisse und Einsichten in ihre Gemeinschaften mit zurückzunehmen. 

Dieses Gefühl der Ermächtigung und der erneuerten Energie spiegelt auch die Tatsache wider, dass die Heilung von Trauma/PTBS Überlebende (sowohl Ex-Opfer als auch Ex-Täter) ermächtigt, in allen Aspekten ihres Lebens ein selbstbestimmteres Leben zu führen, einschließlich neuer Initiativen zur Verbesserung ihrer Lebensumstände. Im Gegensatz zu Maslows Bedürfnishierarchie, die nahelegt, dass die Behandlung von psychischen Problemen nicht angegangen wird, solange die Grundbedürfnisse der Ernährung und der Sicherheit vordringlich sind, zeigt sich, auch in unserem vorherigen Pilotprojekt 2010/2011, dass die Überlebenden ihre psychische Gesundheit als die höchste Priorität ansehen und ihre mentale Funktionsfähigkeit die Voraussetzung  für Selbstwirksamkeit und für die Fähigkeit ist, die Grundbedürfnisse zu befriedigen. 

Für weitere Informationen zu diesem Programm wenden Sie sich bitte an: monique.weber@feminenza.org

 


ANGST OH ANGST 

Du hast mich zu deinem Sklaven gemacht, oh Angst 

Du hast mir viele Feinde gemacht 

Ich habe keinen Frieden in mir 

Keine Gnade in mir 

 

Du hast mir gesagt, ich soll andere hassen, oh Angst 

Anderen schaden 

Immer mit Schmerzen,  

Wut und Rache bleiben, 

 

Aber tut mir leid, oh Angst 

Ich habe meine Qualitäten entdeckt, um deine Angst zu besiegen 

Ich habe entdeckt, dass ich stark, mutig und mächtig bin. 

Ich kann dich besiegen 

Oh ja ich kann 

 

Angst, oh Angst 

Ich habe festgestellt, dass ich Selbstbeherrschung, Liebe, Glauben, Menschlichkeit, Frieden, 

Und Versöhnung habe 

 

Angst nein, keine Angst 

 Ich weiß  jetzt dass 

Auge um Auge damit  endet, die ganze Welt blind zu machen 

Meine Religion ist Wahrheit, Liebe und Dienst an Gott und der Menschheit 

Niemand wird damit geboren, eine andere Person zu hassen 

Wegen der Farbe ihrer Haut, ihrer Herkunft und  Religion 

 

Angst, oh Angst 

Ich bin für die Wahrheit, egal wer sie erzählt 

Ich weiß dass, wenn ich Frieden will, ich nicht mit Freunden, sondern mit Feinden rede 

Ich bin die Veränderung 

Angst, oh Angst 

Ich habe verstanden dass 

Wo es keine Vergebung gibt, gibt es kein Verständnis 

Wo es keine Vergebung gibt, gibt es keine Freiheit 

Wo es keine Vergebung gibt, können Wunden nicht heilen 

Wo es keine Vergebung gibt, ist das Leben kalt 

Wo es keine Vergebung gibt, sind wir alle geschwächt 

Wo es keine Vergebung gibt, gibt es keine Hoffnung 

Wo es keine Vergebung gibt, gibt es keine Fortsetzung 

Ich bin für sofortige Vergebung. 

(Feminenza Trauma Healing workshop, Nakuru, June 2017)
Charles Mukanga


[1] UNICEF (2001). The state of the world’s children 2001. New York, NY.

[2] Feminenza’s 5 day Trauma Counselling/Healing Workshop, for USAID’s Kenya Tuna Uwezo Program, 8-12 and 15-19 June 2015, and Feminenza’s 5 day Trauma Counselling/Healing Workshop for Global Communities DREAMS Initiative, 13-17 June 2016

[3] USAID (2010). Theories of Change and Indicator Development in Conflict Management and Mitigation.

[4] Glover, J.A., (2011) Rebuilding Lives

[5] Schauer, M., Neuner, F., Elbert, T.( 2011). Narrative Exposure Therapy. New York, NY: Hogreffe Publishing.

[6] Weber, M. (2017) Feminenza’s 5-day Trauma Counselling/Healing Workshop – Final Report