Tag 1

Angst verstehen und managen – Teil 1

Am Montag, den 15. Oktober, fand der erste Tag des Traumaheilungs-Workshops an dem 14 Jugendarbeiter aus Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Italien teilnahmen.

Der Tag begann mit dem ersten Teil des Traumaheilungs-Workshops Verstehen und Managen von Angst und war angefüllt mit neuen Erkenntnissen, Geschichten, Vorführungen, Gruppenarbeit und einer Präsentation über Angst.

Die Teilnehmer erlebten das „Feld der Ängste“, einem persönliche erlebbaren Selbstreflexionsprozess, der es jedem Teilnehmer ermöglicht, die in ihm aktiven Ängste sicher und neutral zu bestimmen.

“Ängste sind natürlich, aber eine Person kann gehemmt werden, weil sie nicht weiß, wie sie mit ihren Ängsten umgehen kann,” sagte Des O’Sullivan, einer der Workshopleiter. “Verstehen ist der erste Schritt.”

Die Teilnehmer lernten, dass Angst natürlich ist und sich Ängste in verschiedenen Lebensphasen ändern können. Ein Mensch kann die Fähigkeit erlernen, seine Angst zum Stillstand zu bringen und eine bewusste Haltung dazu einzunehmen. Anita Como von Per Esempio beschrieb den Tag als „voller Hoffnung“ und genoss die Geschichten, die erzählt wurden, um die Ermittlung und die Bewältigung von Ängsten klar und deutlich zu machen.

Vielen Dank an Erasmus Plus für die Finanzierung des Programms und an unsere Partner; Include Youth, Nidos, Per Esempio, West Wales Domestic Abuse Service, Karma Nirvana, und South Dublin County Partnership.

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Tag 2

Angst verstehen und managen – Teil 2

Nach einer lustigen Aufwärmübung mit Luftballons als Requisiten wurden die Teilnehmer mit einer Übung vertraut gemacht, die ihnen hilft, ihre Stärken und Qualitäten zu erkennen – was beim Umgang mit Angst hilft.

Jeder begann damit, an eine Errungenschaft oder einen Erfolg in seinem Leben zu denken und stellte sich dann Fragen wie: „Welche Qualitäten musste ich haben, um dies zu erreichen?“

“Im Wesentlichen geht es darum, zu lernen, auf Qualitäten und Stärken zurückzugreifen, um damit umzugehen, wenn in einem selbst Angst aufkommt,” sagte UMF die Workshopleiterin, Sandra Maguire. “EAuch ein kleiner Erfolg ist trotzdem ein Erfolg”.

Bei diesem effektiven und praktische Ansatz, beginnen die Teilnehmer, die Ängste, an denen sie arbeiten wollen, zu lösen und mit ihren Qualitäten und Stärken Mut aufzubauen, was dazu beiträgt, dass jeder Teilnehmer besser darauf vorbereitet und eingestellt ist, mit Ängsten umzugehen.

Nochmals vielen Dank an unsere Partner:  Erasmus+ und unsere Partner: Include Youth, Nidos, Per Esempio, West Wales Domestic Abuse Service, Karma Nirvana, und South Dublin County Partnership.

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Tag 3

Vergebung

Tag 3 des Traumaheilungs-Workshops konzentrierte sich auf Vergebung. Die Pädagogen Mary Noble und Monique Weber führten die Gruppe durch Geschichten, Theater und reflektierende Übungen in die „Die sieben Grundpfeiler der Vergebung“ ein.

“Vergebung ist eine komplexe Angelegenheit mit vielen Fragestellungen. Wir haven in uns eine angeborene Fähigkeit, vergeben zu können,” meinte Mary Noble. “Das Leben geschieht allerdings, wir alle haben Schwierigkeiten und Schmerzen, und es ist wichtig, die Fähigkeit der Vergebung zu erlernen und sie zu praktizieren, damit man, wenn man sie braucht, die Werkzeuge hat. Vergebung ist eine Reise, ein Prozess, kein einmaliges Ereignis.”

Der erste Teil des Tages beschäftigte sich mit der Bedeutung von Verstehen und Verständnis füreinander. Die Bemühungen, einen anderen zu verstehen, anstatt sich auf ein Urteil oder eine „Etikettierung“ zu verlassen, bilden die Grundlage für den Beginn eines Prozesses der Vergebung.

Den ganzen Tag über wurden eine Reihe von Videoclips, Filmen und Geschichten aus dem wirklichen Leben gezeigt, die die Herausforderungen veranschaulichen, durch seine Entscheidungen Verantwortung zu übernehmen und sich von der Vergangenheit zu befreien – ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Vergebung.

Bei einem film handelte es sich um die Dokumentation Der Imam und der Pastor: die Geschichte von zwei religiösen Führern einer muslimischen bzw. christlichen Gemeinschaft in Nordnigeria, die einst bittere Feinde waren, aber jetzt zusammenarbeiten, um Vergebung und Achtung gegenüber der Religion des anderen zu lehren.

Die Teilnehmer schlossen sich in Arbeitsgruppen zusammen, um über Vergebungsgeschichten wie Immaculee Ilibagiza zu diskutieren, die Zuflucht fand, indem sie sich 91 Tage lang in einem Badezimmer mit 7 anderen Tutsi-Frauen in Ruanda versteckten. In ihrem Buch „Left to Tell“ beschreibt sie, warum sie sich schließlich für die Vergebung entschieden hat.

Einige Teilnehmer waren insbesondere von der Geschichte der Holocaust-Überlebenden Eva Kor fasziniert, die einen Veränderungssprozess durchlief, durch den sie den Nazis in Auschwitz vergeben konnte. Sie beeindruckte durch ihre Haltung, dass es bei der Vergebung um Selbstheilung, Selbstbefreiung und Selbstbefreiung geht.

Des Weiteren diskutierten die Teilnehmer über Freiheit und Verantwortung wie beispielsweise: „Wie kannst du jemandem vergeben, der nicht reumütig ist“, „Bin ich immer noch in der Vergangenheit verhaftet, wenn ich nicht vergeben habe“, „Welche Rolle spielt Verantwortung bei der Vergebung“?

Diese und andere zum Nachdenken anregende Fragen rund um die vielen Facetten der Vergebung sind ein wesentlicher Bestandteil der von Feminenza angebotenen Traumaheilungs-Workshops.

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Tage 4-5

Vergebung

Die Tage 4 und 5 des Traumaheilungs-Workshops behandelten einige entscheidende Aspekte des Vergebungsprozesses, die bei den Teilnehmern eine tiefere Erkenntnis bezüglich Erfahrungen in ihrem eigenen Leben ermöglichen.

Praktische Übungen, stille Reflexionszeit und Kleingruppenarbeit halfen den Teilnehmern, den heilenden Einfluss von Vergebung und die Bedeutung einer liebevollen Halsung gegenüber sich selbst zu verstehen, um den Prozess der Selbstvergebung einleiten zu können.

„Wenn wir eine unrechtmäßige Handlung erfahren haben, können wir einen Prozess der Vergebung durchlaufen, indem wir anfangen, die Person von der Handlung, die sie begangen hat, zu trennen“, sagte Monique Weber, eine der Workshop-Leiterinnen. „Vergebung spielt eine wichtige Rolle für die Gemeinschaft und die Gruppen, von denen wir ein Teil sind. Die Fähigkeit, vergangene Erfahrungen oder das, was nicht mehr passt, loszulassen, ermöglicht es einer Person – sowie anderen, mit denen man verbunden ist – einen Schritt in die Zukunft zu machen“.

Die Kleingruppen diskutierten über Geschichten von langjährigen Konflikten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, rund um die Frage: Was wäre Bestandt der Lösung, und wie würden die ersten Maßnahmen aussehen?

„Es geht auch darum, aus die Lösung in sich selbst in jeder Situation hinzuarbeiten“, sagte Mary Noble, Leiterin von Feminenza und Pädagogin. „Du kannst die Probleme der Vergangenheit nicht ändern, aber du kannst heute Teil der Lösung sein.“

Eine der Teilnehmerinnen bemerkte, dass sie nun verstehen könne, warum der Workshop fünf Tage dauern müsse, denn es benötigt Zeit und Raum, um Erkenntnisse zu gewinnen und sich wirklich intensiv mit den Themen auseinanderzusetzen. „Es muss wirklich Zeit gelassen werden, damit Veränderungen passieren können und damit das auch funktioniert“, fügte sie hinzu. „Es war also eine Reise mit gleichmäßigen Etappen, so dass man jeden Tag ausreichend Informationen und auch zusätzlichen Input erhält, um in sich an einen Ort echten Verstehens, Mitgefühls und Vergebung zu gelangen.“

„Für mich ging es um persönliche Dinge, allerdings bin ich jetzt in der Lage, mich wirklich mit vielen Menschen, um die ich mich kümmere, und ihren Problemen zu identifizieren, und ich denke darüber nach, wie sie von dieser Art von Workshop in ihrem Leben profitieren können.“

Am Ende des Workshops erkannten die Teilnehmer, dass sie selbst zur Veränderung werden müssen, damit bei den Jugendlichen, mit denen sie zusammenarbeiten, Veränderungen stattfinden können.

„Die Teilnehmer dieses Projekts profitieren nicht nur auf persönlicher und beruflicher Ebene, auch die Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten, können indirekt daraus Nutzen ziehen“, sagte Mary Noble. „Wir beabsichtigen, weitere Unterstützung aus Erasmus Plus zu beantragen, um Jugendarbeiter auf einem nächsten Level auszubilden und so einen weiteren Beitrag zur psychischen Gesundheit der europäischen Jugend und der Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft zu leisten.“

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Pädagogen von Feminenza International & Teilnehmer des Traumaheilungs-Workshop

Erfahrungsbericht vom Traumaheilungs-Workshop